Ihr Anwalt in Heilbronn

 

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Rechtsanwalt und Fachanwalt für Gesellschaftsrecht Rechtsanwalt und Fachanwalt für Handelsrecht Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht Anwalt für Schuldnerberatung

In eigenhändigen Testamenten von juristischen Laien kommt es immer wieder vor, dass vergessen wird, einen Erben einzusetzen. Stattdessen werden die wesentlichen Vermögenswerte Personen zugewandt. Hier ist mittels Auslegung zu klären, ob gesetzliche Erbfolge eintreten soll mit der Folge, dass die Zuwendung von Vermögensgegenständen lediglich ein Vermächtnis darstellt, oder ob mit der Zuwendung der Vermögensgegenstände eine Erbeinsetzung gewollt ist.

 

Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte in seiner jüngsten Entscheidung vom 11.06.2018, Az. 8 W 198/16 festgestellt, dass in einer Verteilung des nahezu gesamten Vermögens eine Erbeinsetzung im Verhältnis der  zugewandten Vermögenswerte zum Gesamtnachlass im Zeitpunkt des Erbfalls verbunden mit einer Teilungsanordnung auf dieser Basis auszulegen ist.

 

Die Erblasserin errichtete am 28.04.2011 ein notarielles Testament und bestimmte ihre 3 Kinder mit einem Erbteil von jeweils 1/3 zu ihren Erben. Am 28.08.2012 verfasste sie ein privatschriftliches Testament, in welchem sie ihre Kinder zu ihren Erben berief und verschiedene Grundstücke auf ihre Kinder verteilte. Daneben soll das Barvermögen zu je 1/3 auf die Kinder verteilt werden.

 

In der Folge beantragte die Tochter einen Erbschein mit einer Erbeinsetzung der 3 Kinder zu jeweils 1/3. Die ihr zugedachten Grundstücke waren deutlich weniger wert als die der anderen Kinder. Die Tochter wollte mithin im Rahmen der Erbeinsetzung durchsetzen, dass Ausgleichungszahlungen an sie fließen sollten. Dem trat das Oberlandesgericht entgegen. Es legt das Testament als Erbeinsetzung mit ungleichen Erbteilen aus. Das Oberlandesgericht Stuttgart stellte fest, dass dann, wenn ein Erblasser testamentarisch  Einzelzuwendungen von Gegenständen oder Vermögensgruppen vornimmt, die nach seiner Vorstellung praktisch sein gesamtes Vermögen ausmachen, regelmäßig von einer Erbeinsetzung auszugehen ist. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Erblasser seinen gesamten wesentlichen Nachlass verteilt, ohne einen Erben einsetzen zu wollen, vergleiche auch OLG München, NJW-RR 2007,1162. In einem solchen Fall sind die Erbteile anhand des Wertverhältnisses der zugewandten Vermögen im Verhältnis zum Gesamtnachlass zu ermitteln. Im vom Oberlandesgericht Stuttgart zu entschiedenen Fall wurde das gesamte Vermögen mit Ausnahme von ca. 2,5 % des Nachlasswertes gegenständlich verteilt, das namentlich benannte und verteilte Vermögen machte mithin 97,5 % des Gesamtnachlasses aus. Insofern hatte die Erblasserin im Wesentlichen ihr Vermögen gegenständlich verteilt, worin nach Ansicht des Oberlandesgericht Stuttgart eine Erbeinsetzung zu den sich aus den Werten ergeben Bruchteilen ergibt. Insofern gab das OLG Stuttgart den beiden anderen Kindern statt, hob den vom Nachlassgericht Notariat I Herrenberg erlassenen Erbschein auf und verwies die Sache zur Behandlung der Erbscheinsanträge der anderen Kinder an das zuständige Nachlassgericht.

 

Eigenhändige Laientestamente können zu erheblichen Streitigkeiten unter Hinterbliebenen führen. Häufig scheitert die Testierung  auch schon an Förmlichkeiten. Es wird davon ausgegangen, dass ein Großteil der ohne Hilfe eines Rechtsanwaltes oder Notars errichteten Testamente formunwirksam sind oder nicht das wiedergeben, was der Erblasser gewollt hatte. Betroffen ist daher anzuraten, sich an einen Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht zu wenden.

 

Ihr Anwalt für Erbrecht aus Heilbronn

 

Dr. Andreas M. Kramp

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht

 

Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Andreas M. Kramp
Rechtsanwalt
Dr. Andreas M. Kramp
Berliner Platz 6
74072 Heilbronn
Tel. 07131-9672-50
Fax 07131-9672-72

Fachanwalt für Erbrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht